Ein kurzer Besuch

Seit der Steinzeit (sie begann vor rund 2,6 Millionen Jahren und endete, als die Menschen zum ersten Mal Metalle als Werkstoff verwendeten, also vor rund 9000 Jahren) haben insgesamt auf der Erde schätzungsweise knapp 110 Milliarden Menschen gelebt, die Hälfte davon in den letzten zweitausend Jahren.

Die 7 Milliarden, die heute die Erde bevölkern, machen also nur etwas mehr als 6 Prozent aller Menschen aus, die jemals auf der Erde gelebt haben.

  94 Prozent der Menschen, die auf diesem Planeten gelebt haben, sind nicht mehr da und in nur 100 Jahren werden so gut wie alle Menschen, die zurzeit auf der Erde leben, tot sein.

  Man schätzt das Alter unseres Planeten auf rund 4,5 Milliarden Jahre. Die durchschnittliche Lebensdauer eines Menschen in einem modernen Industrieland liegt zwischen 70 und 80 Jahren. Wenn ein Mensch 75 Jahre alt wird, dann beträgt seine Lebensdauer ein sechzigmillionstel Teil des Erdalters. Wenn wir das Alter der Erde in Ge-danken auf 1,9 Jahre reduzieren, dann dauert ein Menschenleben nur eine einzige Sekunde.

Im Vergleich mit dem Alter unseres Planeten dauert ein Menschenleben also nicht länger als ein Wimpernschlag. Oder wenn wir uns vorstellen, die gesamte Evolution unseres Planeten würde wie ein Film vor uns ablaufen, dann entspricht die Dauer eines Menschenlebens dem Bruchteil einer Sekunde, in der wir die Augen aufmachen, um uns ein einziges Bild dieses Films anzuschauen.

Ob König oder Paria, Weltstar oder Straßenputzer, ob steinreich oder bettelarm, jeder von uns ist nur kurz, sehr kurz zu Besuch auf diesem Planeten.

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Der größte Lebensraum

Mit einer durchschnittlichen Tiefe von 3730 Metern und einem Wasservolumen von insgesamt 1,35 Milliarden Kubikkilometern bedecken sie knapp 70% (361 Millionen Quadratkilometer) der Erdoberfläche und bilden mit hoher Wahrscheinlichkeit den Ursprungsort allen Lebens auf der Erde: die Ozeane (manche Wissenschaftler vermuten, dass der Ursprung des Lebens im Erdinneren zu suchen ist). Ab 300 Meter Tiefe endet die Lichtzone und es herrscht völlige Dunkelheit. Mit zunehmender Tiefe steigt der Wasserdruck um 1 bar pro 10 Meter. In 10 000 Metern Tiefe herrschen extreme Lebensbedingungen: auf jedem Quadratzentimeter lastet eine Tonne Gewicht.

Die tiefste bisher bekannte Stelle ist der Marianengraben mit 11 034 Metern unter dem Meeresspiegel.

Der «Census of Marine Life», ein aus 80 Nationen bestehendes Forscherteam, begann im Jahr 1999 ein Inventar der ozeanischen Lebensformen aufzustellen. Nach 10 Jahren Bestandsaufnahme berichten die Forscher von 20 000 bisher unbekannten Meereslebewesen (auf jede neu entdeckte Art kommen nach Meinung der Forscher vier unbekannte Arten). 250 000 höhere ozeanische Lebewesen sind bisher wissenschaftlich beschrieben, davon allein 100 000 in den Korallenriffen (geschätzte Zahl: 500 000 bis 2 Millionen).

Der Buckelwal bringt 30 Tonnen Gewicht auf die Waage und verschlingt mit einem einzigen Happen 480 000 Kalorien.

Auch das größte Gehirn der Erde ist heimisch in einem Meeresbewohner: das Gehirn eines Pottwals wiegt 9,5 Kilogramm.

Der Blauwal ist mit seinem 200 Tonnen schweren Körper und seinen 30 Metern Länge das größte und schwerste tierische Lebewesen, das es jemals auf der Erde gegeben hat.

In den durch das Sonnenlicht durchflutenden Bereichen produziert das Phytoplankton jährlich 20 Milliarden Tonnen Biomasse und absorbiert so viel Kohlendioxid wie alle Wälder des Festlandes zusammen. Meeresalgen produzieren bis zu 70% des Sauerstoffs, der sich in der Atmosphäre befindet.

Meeresströmungen steuern das Klima der Erde und vermischen die warmen mit den kalten Wassermassen. Die Wärmespeicherfähigkeit der Ozeane stabilisiert die Erdtemperatur und 434 000 Kubikkilometer verdunstetes Meerwasser pro Jahr halten den Wasserkreislauf am Laufen.

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Ozeane: Überblick

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