Die Entstehung der Erde

Die Entstehung der Erde ist eng verbunden mit der Entstehung unseres Sonnensystems. Der Ursprung der Sonne geht zurück auf ein gigantisches Feuer vor rund 4,5 Milliarden Jahren. Eine riesige Wolke aus Gas und Staub fällt unter der Einwirkung ihrer eigenen Schwerkraft in sich zusammen (kollabiert). Dadurch entsteht ein enormer Druck und sehr hohe Temperaturen, die Kernfusionsprozesse in Gang setzen. Die Energie, die dadurch entsteht, wird in Form von Strahlung abgegeben. Aber nicht das ganze ursprüngliche Material der Gas- und Staubwolke konzentriert sich in der Sonne. Ein Restsatz schwirrt um die Sonne. Dieses Material organisiert und ordnet sich zunehmend. Immer größere Brocken klumpen zusammen aufgrund der zwischen den Himmelskörpern wirkenden Anziehungskraft. So entstanden die Planeten und Asteroiden, die bis heute die Sonne umkreisen. Durch die Kollisionen der jungen Erde mit anderen Himmelskörpern entstehen sehr hohe Temperaturen. Eisen und Nickel schmelzen und sinken in den Kern des Planeten. Im Kern erzeugt das rotierende geschmolzene Eisen ein riesiges Magnetfeld, das die Erde bis heute umgibt und uns vor dem gefährlichen Sonnenwind schützt (die Sonne sendet kontinuierlich Teilchenströme ins Weltall – vor allem Protonen in Form von Wasserstoffkernen und Elektronen – die man als Sonnenwind bezeichnet). Nach der Entstehung der Sonne vergehen rund 50 -70 Millionen Jahre, während denen die Erde wächst und wächst. Als sie in etwa zwei Drittel ihrer heutigen Größe erreicht hat, kommt es zu einem Ereignis, das die Zukunft des noch jungen Planeten entscheidend beeinflussen wird. Ein Himmelskörper, in etwa halb so groß wie die damalige Erde, rast mit einer Geschwindigkeit von 40 000 Kilometern pro Stunde auf die Erde zu und stößt mit ihr zusammen. Die Experten gehen davon aus, dass sich aus den Trümmern dieses Aufschlags später der Mond gebildet hat, der bis in die heutige Gegenwart eine lebenswichtige Rolle für die weitere Entwicklung des Planeten spielt (siehe nächstes Kapitel).

Nach diesem Zusammenstoß ist die Oberfläche der Erde während Millionen von Jahren ein riesiger Ozean aus flüssigem Gestein. Nur sehr langsam kühlt sich die Oberfläche ab und eine dünne Kruste bildet sich. Asteroideneinschläge reißen die Kruste immer wieder auf, das zähflüssige Gestein im Erdinneren dringt an die Oberfläche, Gase entweichen und reichern die Uratmosphäre mit Kohlendioxid, Wasserdampf und Stickstoff an. Diese Gasschicht, die bis zu 60-mal dichter ist als die heutige Atmosphäre und noch keinen Sauerstoff enthält, wird von der Schwerkraft der Erde daran gehindert, ins Weltall zu entweichen. Vor 4,2 Milliarden Jahren hatte sich die Erde bis unter 100°C abgekühlt, so dass zum ersten Mal in der Atmosphäre Wasserdampf kondensieren und sich in Wasser umwandeln kann. Während Millionen von Jahren geht infolgedessen ein Dauerregen auf die Erde nieder. Die ersten Ozeane und Meere bilden sich.

So hat sich während Milliarden von Jahren ein komplexes System entwickelt mit unzähligen Wechselwirkungen zwischen seinen Komponenten, wie Luft, Wasser, Land, Boden, Untergrund und Leben. Darüber hinaus gibt es Zusammenhänge mit den Sphären jenseits der Atmosphäre, wie Erdmagnetfeld und Sonnenwind zum Beispiel.
(Ausschnitt aus “Das ist unsere Welt“; 356 Seiten – Paperback).

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