Der Klimawandel

Über kaum ein anderes Thema wie das vom Klimawandel wurde in letzter Zeit so oft geschrieben und polemisiert. Im Zentrum der ganzen Diskussionen steht die Feststellung, dass sich die Temperatur global seit Beginn der Industrialisierung um 0,7 Grad Celsius erhöht hat und dass der Hauptverantwortliche für diesen Temperaturanstieg der Mensch ist. Der CO2-Ausstoß durch menschliche Aktivitäten hat nämlich seit der modernen Industrierevolution stark zugenommen, was den natürlichen Treibhauseffekt verstärkt hat. Die Erklärung: CO2 lässt die kurzwellige Sonnenstrahlung durch, hält aber die langwellige Wärmeabstrahlung der Erde durch Absorption zurück. Die Klimaexperten behaupten überdies, dass durch diese anthropogene Erwärmung Naturkatastrophen, wie Wirbelstürme und Überschwemmungen, häufiger und heftiger geworden sind und dass sogar langfristig ein Abschmelzen der polaren Eiskappen und eine damit verbundene Erhöhung des durchschnittlichen Meeresspiegels, sowie  dauerhafte Überschwemmungen zahlreicher Küstengebiete weltweit drohen. Ereignen sich dann tatsächlich besonders heftige Wirbelstürme, wie zum Beispiel der Hurrikan Katrina im Süden der USA Ende August 2005, oder katastrophale Überschwemmungen, wie die im Osten Deutschlands im August 2002, dann machen die Befürworter dieser Theorie in der Regel den Klimawandel dafür verantwortlich und sehen sich bestätigt in ihren Aussagen, dass es noch schlimmer kommen wird.
Die Skeptiker versuchen die Gemüter zu besänftigen und weisen darauf hin, dass Katrina nur ein Sturm war, es solche Stürme in der Vergangenheit auch gegeben hat und die Statistiken eine Zunahme der Häufigkeit von Stürmen innerhalb des letzten Jahrhunderts nicht bestätigen. Außerdem sollte man Klima und Wetter nicht verwechseln. Klimaveränderungen seien langfristige Veränderungen und lassen sich folglich nur aus langjährigen Beobachtungsreihen erschließen und nicht aus vereinzelten, lokal bedingten, extremen Wettererscheinungen.
Die Medien nutzen das Thema auch immer wieder für sich und setzen raffiniert spektakuläre Bilder und Titel ein, um mehr Leser oder Zuschauer dazu zu bewegen, sich eine Sendung anzuschauen oder ein dementsprechendes Buch oder eine Zeitschrift zu kaufen. Sogar eine durchaus als seriös einzustufende Zeitschrift wie «Spektrum der Wissenschaft» zögert nicht im Extra-Teil zum Thema Klimawandel (Ausgabe vom April 2012) auf die Titelseite ein Bild eines Eisbären zu setzen, der «hilflos» auf einer kleinen Eisscholle im arktischen Meer herumtreibt.
Die Komplexität des Klimasystems (bedingt durch Rückkopplungseffekte zwischen den unterschiedlichen Sphären und Faktoren, die das Klimageschehen bestimmen) und die Tatsache, dass die breite Öffentlichkeit (inklusive vieler Journalisten) meistens unzureichend über seine Mechanismen informiert ist, macht die Verwirrung nur noch größer. Dass ein Gas, das nur spurenhaft in der Atmosphäre vorhanden ist, nämlich ganze 0,038 Prozent (Stickstoff und Sauerstoff zusammengenommen dagegen 99%), verantwortlich sein soll für eine folgenreiche Veränderung dieses riesigen Weltklimasystems, das wollen viele nicht wahrhaben. Dem halten die Fachleute entgegen, dass Stick- und Sauerstoff für Temperaturänderungen bedeutungslos sind, da sie Wärmestrahlung weder speichern, noch abgeben und dass es ohnehin im Allgemeinen keinen direkten Zusammenhang gibt zwischen der Wirkung eines Stoffes und dessen Menge. Auch sehr kleine Mengen können eine große und folgenreiche Wirkung haben, wie z. Bsp. die Wirkung sehr geringer Giftstoffmengen auf den menschlichen Organismus ja auch eindeutig belegt.
Dann melden sich die Skeptiker wieder zu Wort mit dem Argument, dass es Klimaschwankungen aus ganz anderen Ursachen ja schon immer gegeben hat und die ganze Aufregung zum Thema Klimawandel maßlos übertrieben ist. Solche Aussagen werden bestärkt durch Beobachtungen und wissenschaftliche Studien, die die Schlussfolgerung zulassen, dass der Einfluss der Sonnenaktivität auf  langfristige Temperaturveränderungen den des Kohlendioxids überwiegt. Mitte Juni 2011 präsentierten amerikanische Astronomen des «National Solar Observatory» (NSO) und des «Air Force Research Laboratory» während der Jahres-Konferenz der «American Astronomical Society» (Abteilung Solarphysik) die Resultate ihrer rezenten Beobachtungen und Nachforschungen über die Sonnenaktivität. Sie kommen zu dem Schluss, dass der momentane Sonnenzyklus wahrscheinlich der letzte ist mit einer maximalen Aktivität (erkennbar an der Zahl der Sonnenflecken) innerhalb der nächsten Jahrzehnte. Die Wissenschaftler bezeichnen ihre Feststellungen als sehr ungewöhnlich und unerwartet. Auch Matt Penn und William Livingston von der «Cornwell University» in New York behaupten, dass sie eine langfristige Tendenz zur Verlangsamung der Bildung von Sonnenflecken festgestellt haben. Damit ein Sonnenfleck entstehen kann, muss das Magnetfeld der Sonne eine minimale Intensität von 1500 Gauss haben (Gauss ist die Maßeinheit für Elektromagnetismus). Laut Aussagen der Wissenschaftler hat die durchschnittliche Intensität des Sonnenmagnetfeldes während den letzten 13 Jahren um 50 Gauss pro Jahr abgenommen und wird demnächst unter das zur Entstehung von Sonnenflecken erforderliche Minimum von 1500 Gauss fallen. Trendlinien der Temperaturentwicklung seit 1975, wie z. Bsp. die des nationalen meteorologischen Dienstes des Vereinigten Königreichs (Met Office) zeigen denn auch, dass innerhalb der letzten 16 Jahre die globale Temperatur nicht mehr gestiegen ist. Dass diese Abnahme der Sonnenaktivität allerdings bedeutsame Folgen auf das Erdklima haben könnte, das bestreitet dann wieder Georg Feulner vom Potsdam Institut in Deutschland. Er behauptet, dass der Einfluss der Sonnenaktivität im Zusammenhang mit globalen Klimaveränderungen einfach überschätzt wird und eine dementsprechende Verlangsamung die globale Erwärmung dennoch nicht verhindern wird, da man davon ausgehen kann, dass das nur eine Temperaturabnahme von 0,3 Grad Celsius zur Folge haben wird, die erwartete globale Temperaturerhöhung aufgrund der CO2-Ausstöße bis zum Ende des 21. Jahrhunderts aber, laut Einschätzungen der UNO, 3,7 – 4,5 Grad betragen wird.
Die Wissenschaftler des Weltklimarats IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) haben ihrerseits sechs mögliche Szenarien aufgestellt mit durchschnittlichen Temperaturanstiegen für die nächsten hundert Jahre, die sich zwischen 1,8 und 4°C bewegen. Bemerkenswert ist, dass die unterschiedlichen Szenarien alle davon ausgehen, dass die Wirtschaft global weiter wachsen wird innerhalb der nächsten Jahrzehnte, was ja nichts anderes bedeutet, dass die Menschheit insgesamt immer wohlhabender und reicher wird. Diese Überlegung enthält an sich aber schon wieder ein Widerspruch: Das globale Wirtschaftswachstum ist die Ursache für den steigenden Wohlstand weltweit und gleichzeitig die Ursache für die globale Erderwärmung, welche ihrerseits wiederum die Ursache sein soll für zunehmende Überschwemmungen, Wirbelstürme, Klimaflüchtlinge, Dürreperioden, Massenarbeitslosigkeit usw., also für eine zunehmende Verarmung der Menschen weltweit.
Viele Skeptiker finden es auch seltsam, dass die globale Erderwärmung überhaupt verantwortlich sein soll für häufigere Dürreperioden, denn bekanntlich steht ja am Anfang des Wasserkreislaufs die Verdunstung von Wasser auf der Erdoberfläche und die verdunsteten Mengen steigen mit zunehmenden Temperaturen. Verdunstet mehr Wasser von der Erdoberfläche, dann bilden sich auch mehr Wolken und die Niederschlagsmenge steigt, sie nimmt also zu, und nicht ab. Dem erwidern dann aber wieder die Klimaexperten, dass die Niederschlagsmengen während den letzten Jahrzehnten nur in bestimmten Gebieten abgenommen haben, während sie in anderen Gebieten tatsächlich zugenommen haben.
Und in einem Blog auf der Website «biomasse-nutzung.de» vom 4. Januar 2010 berichtet Ron Kirchner darüber, dass eine Zunahme von CO2 eher förderlich ist für die Lebensbedingungen auf der Erde, denn es beschleunigt das Pflanzenwachstum (Pflanzen brauchen zum Wachsen CO2, den sie der Luft entnehmen). Die mit Weizen, Gerste und Zuckerrüben durchgeführten Feldexperimente, bei denen die stattfindende CO2-Zunahme in der Atmosphäre künstlich beschleunigt wurde, ergaben eine Zunahme des Wachstums, also einen Anstieg der Biomasse-Produktion. Kirchner weist allerdings auch darauf hin, dass weitere Parameter das Wachstum von Nutzpflanzen beeinflussen und Ertragssteigerungen bei steigendem CO2-Gehalt der Atmosphäre sich nicht zwangsweise ergeben. Bei den Feldexperimenten aber kam es zu einem 10-15-prozentigem Anstieg der Biomasse-Produktion bei gleichzeitiger Reduzierung der Wasserabgabe der Nutzpflanzen um 5-20%. Kirchner dazu: «Die Pflanze nutzt das zur Verfügung stehende Wasser also effizienter, was besonders für trockene Standorte sehr nützlich sein kann».

Aus ähnlichen Gründen herrscht übrigens auf der Insel Grönland (eines der beliebtesten Studienobjekte der Klimaforscher) seit mehreren Jahren eine regelrechte Aufbruchstimmung, und zwar in der Landwirtschaft. Die Bauern im Süden der größten Insel der Welt können ihre Wiesen inzwischen zweimal pro Sommer mähen. Immer mehr Bauern ziehen Nutzen aus den klimatischen Veränderungen. Kenneth Hoeg vom grönländischen Landwirtschaftsministerium sagt in einer ZDF-Reportage (Abenteuer Wissen): «Wir sind froh, dass es wärmer wird; unser Leben wird dadurch leichter und die Landwirtschaft profitabler». Auch den Fischern bescheren die höheren Temperaturen bessere Fänge, da die Dorschbestände wieder zugenommen haben. Und Rinderzucht und Erdbeerenanbau machen Grönland unabhängiger von teuren Importen.
Hinzu kommt, dass der Untergrund der 2,16 Millionen Quadratkilometer großen Insel reich an Rohstoffen ist (Gold, Zink, Kupfer, Seltene Erden, Eisenerz, Platin, Blei, Zink und sogar Diamanten und Rubine). Die Eisschmelze in den Küstengebieten wird den Abbau der Rohstoffe ermöglichen und mehr Wohlstand auf die Insel bringen.

Ähnliche Vorteile der globalen Erwärmung ließen sich sicher auch für andere nordeuropäische und nordamerikanische Länder anführen, wie zum Beispiel Kanada.

Im Widerspruch zu der globalen Erderwärmung steht aber wieder die Aussage, dass der weltweite Temperaturanstieg dazu führen könnte, dass das Klima in Westeuropa sich in den nächsten Jahrzehnten deutlich abkühlen könnte (ja, Sie haben richtig gelesen, die Erderwärmung soll eine Abkühlung zur Folge haben). Die Ursache hierfür soll eine Abschwächung des Golfstroms sein, respektive seines nordatlantischen Ausläufers. Der Golfstrom ist eine Meeresströmung, die warmes Wasser bis nach Europa bringt und als Warmwasserheizung Westeuropas gilt. Sein Antrieb basiert darauf, dass vor den Küsten Südgrönlands riesige Meerwassermassen in die Tiefe sinken, da das Wasser kalt ist und viel Salz enthält und deshalb schwerer ist. Warmes Oberflächenwasser aus den Tropen fließt nach. Wenn nun aber die grönländischen Eismassen durch den Temperaturanstieg schmelzen, nimmt der Salzgehalt des Meerwassers vor den Küsten Südgrönlands ab. Die allgemein höheren Temperaturen und die Abnahme des Salzgehalts vermindern so das Absinken der Wassermassen und der Antrieb für die Meeresströmung wird schwächer. Es strömt nicht mehr so viel warmes Tropenwasser nach, die Meerwassertemperaturen sinken und damit wird auch das Klima kälter. Forscher um Harry Bryden vom Nationalen Zentrum für Ozeanographie in Southhampton berichteten darüber, dass der Golfstrom tatsächlich ein Drittel weniger Wasser transportiere als vor 48 Jahren und im November 2004 sogar für 10 Tage ganz zum Erliegen gekommen war. Am 24. August 2007 schreibt dann aber wieder der Diplom-Geologe und Journalist für Geowissenschaften Axel Bojanowski in der Süddeutschen Zeitung: « …nun zeigt sich, dass Brydens Warnung ein Fehlalarm war. Genauere Messungen belegen, dass der Golfstrom und seine nördlichen Ausläufer keineswegs nachgelassen haben. Bryden und seine Kollegen haben ihre Analyse schlicht auf einen zu dünnen Datensatz gegründet: auf Daten, die von lediglich fünf Schiffsexpeditionen aus den Jahren 1957, 1981, 1992, 1998 und 2004 stammen. Jetzt liegen erstmals Daten für ein gesamtes Jahr vor. Fest installierte Sonden haben die Nordatlantik-Strömung kontinuierlich vermessen. Die Daten, die im Wissenschaftsblatt Science vor kurzem veröffenlicht worden sind (Bd. 317, S.935, 2007), zeigen, dass die nordwärts fließende Wassermenge stark schwankt. Durchschnittlich transportieren der Golfstrom und seine Ausläufer jede Sekunde etwa 19 Milliarden Liter Wasser. An manchen Tagen sind es allerdings auch 35 Milliarden, an anderen nur vier Milliarden Liter pro Sekunde. Der nordatlantische Strom befördert damit durchschnittlich 200-mal mehr Wasser als der Amazonas. Brydens Ergebnis – er hatte zwölf Milliarden Liter pro Sekunde ermittelt – lag also im Bereich der natürlichen Schwankungen. «Er hat zufälligerweise zu einem Zeitpunkt gemessen, als die Strömung recht schwach war», sagt Jochem Marotzke, Direktor am Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI) und Initiator der neuen Messkampagne. Auch die Meldung von einem vermeintlich zehntägigen Abbruch der nordatlantischen Strömung, die vor drei Jahren kursierte, wird nun zurückgenommen …..».
Auch darüber, wie schnell derzeit die Gletscher und Eiskappen schmelzen, herrscht alles andere als Einstimmigkeit. In der schon weiter oben erwähnten Ausgabe «Spektrum der Wissenschaft» vom April 2012 berichtet Professor Horst Sterr von einem globalen Meeresspiegelanstieg innerhalb des 20. Jahrhunderts von 17 Zentimetern. Hochpräzise Messungen per Satellit sollen bestätigt haben, dass dieser Anstieg derzeit 3,3 Millimeter pro Jahrzehnt beträgt. (extrapoliert man diese Zahl linear bis ins Jahr 2100, dann wären das zusätzliche 33 Zentimeter). Angesichts der sich beschleunigenden globalen Erwärmung sollen einige Wissenschaftler aber auch mit einer Erhöhung des Meeresspiegels von bis zu 2 Metern bis Ende dieses Jahrhunderts rechnen. In einem Online-Artikel des Wissensmagazins «Nature» vom 8. Februar 2012 heißt es aber, dass die Eismassen im Zeitraum 2003 bis 2010 deutlich weniger geschrumpft sind als angenommen. Mithilfe von (eben wieder einmal hochpräzisen) Satellitenaufnahmen ist es dem Team um Thomas Jacob und John War der Universität von Colorado in Boulder nämlich gelungen zu berechnen, dass in diesem Zeitraum die Masse der weltweiten Gletscher und Eiskappen (Grönland und Antarktis nicht mit berechnet) um 30 Prozent weniger abgenommen haben als bisher angenommen. Die Abnahme der Gletschermasse im Himalaya Gebirge (immerhin der wichtigste Wasserlieferant zahlreicher Flüsse wie Mekong, Huang Ho und Jangtsekiang, die das meiste Wasser in die fruchtbaren Ebenen in Ostasien bringen) sei lediglich auf 4 Milliarden Tonnen einzuschätzen. Vorangegangene Studien gingen aber von 47-55 (!!) Milliarden Tonnen aus. Desgleichen soll das Abschmelzen der grönländischen und antarktischen Eiskappen und Gletscher einen globalen Meeresspiegelanstieg von 1,1 Millimeter jährlich verursacht haben (90% aller irdischen Eismassen befinden sich in der Antarktis). Es bedarf keiner besonderen Rechenfähigkeiten, um zu erkennen, dass, wenn man diese Ergebnisse in die Zukunft extrapoliert (mal abgesehen davon, dass solch linearen Zukunftsprojektionen ohnehin nicht viel taugen), man auf einen Meeresspiegelanstieg von gerademal 11 Zentimetern kommt für die nächsten 100 Jahre. Die Modell-Projektionen des IPCC geben einen jahresdurchschnittlichen Anstieg von 1,9 Millimetern an (also 19 Zentimeter pro Jahrhundert). Und mehrere Forscher um den Geophysiker Scott B. Luthke behaupten sogar anhand von Satellitenmessungen festgestellt zu haben, dass die Gesamtmasse des Grönlandeises derzeit um lediglich 1% pro Jahrhundert abnimmt!! (lesenSie auch: “Groenlands Eis vor dem Aus?”) Man könnte die Liste der Beispiele und widersprüchlichen Aussagen noch beliebig fortsetzen und ganze Bücher damit füllen. Ganz ähnliche Widersprüche tauchen auf, wenn man sich mit den Kostenabschätzungen für  Klimaschutzmaßnahmen beschäftigt. Dazu gehört auch das so genannte «Climate Engineering», das von der Installierung weltumspannender Sonnenschirme über die Eisendüngung der Ozeane bis zur Erzeugung künstlicher Wolken durch Injektion von Sulfat-Aerosolen in die Stratosphäre reicht. Die Lektüre von «Die kalte Sonne – Warum die Klimakatastrophe nicht stattfindet» von Fritz Vahrenholdt und Sebastian Lüning, eine Veröffentlichung vom Februar 2012, die beiden Autoren (wie hätte es anders sein sollen) heftige Kritik eingebracht hat, habe ich mir denn auch erspart. Ich hatte mir inzwischen meine eigene Meinung gebildet, die ich dem Leser dieses Artikels abschließend zu diesem Thema natürlich nicht vorenthalten möchte.

Zum ersten: Am Ende bleibt, dass der Laie einfach nicht mehr weiß, wem er glauben soll (ein wissenschaftliches Thema darf nicht zur Glaubensfrage werden) und sich nicht selten an der Nase herumgeführt fühlt, vor allem dann, wenn er auch noch seinen finanziellen Beitrag für teure Klimaschutzmaßnahmen leisten muss (zum Beispiel durch erhöhte Kfz-Steuern für leistungsstärkere Modelle).

Zum zweiten: Die meisten Forscher sind ehrlich genug, um einzugestehen, dass das Klimageschehen ein viel zu komplexes Phänomen ist und der Mensch derzeit nicht in der Lage ist, alle Einzelheiten zu «überblicken», um wirklich zuverlässige Aussagen über die Entwicklung des Klimas während den nächsten Jahrzehnten machen zu können. Daran ändern auch die kompliziertesten, mithilfe von Computern aufgestellten Klimamodelle grundsätzlich nichts. Das wird besonders deutlich, wenn man die globalen Temperaturveränderungen während den letzten 150 Jahren (also in etwa seit Beginn der Industrialisierung) betrachtet. Von 1860 bis 1920 blieb die durchschnittliche Welttemperatur, von geringfügigen Schwankungen abgesehen, relativ stabil. Von 1920 bis 1940 stieg sie dann vergleichsweise ziemlich stark an (um 0,4 Grad Celsius in etwa), zwischen 1940 und 1980 veränderte sie sich nur geringfügig, um schließlich seit den 1980er Jahren  noch einmal um 0,4 Grad zuzulegen. Und obschon Diplom-Meteorologe Sven Plöger mit seinem Buch «Gute Aussichten für morgen – Wie wir den Klimawandel für uns nutzen können» sicherlich eher die Behauptungen der Verfechter des anthropogen bedingten Klimawandels erhärtet, weist auch er immer wieder auf die Unsicherheiten der Erklärungen im Zusammenhang mit langfristigen Klimaveränderungen hin. So zum Beispiel auf der Seite 67: «Dass für den jüngsten Anstieg der Temperaturen bei der Komplexität der Zusammenhänge nur eine Vielzahl von Ursachen in Frage kommt, ist unbestritten – ein nur mit einer Ursache in direktem Zusammenhang stehender Temperaturverlauf kann daher nicht erwartet werden». Betreffend den Anstieg der Temperaturen während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts (oder zumindest für den Zeitraum 1920 – 1940) schreibt er, dass für diesen Zeitraum die Treibhausgaskonzentration noch nicht dermaßen angestiegen war, als dass sie für eine Erklärung herangezogen werden könnte. «Für diesen Zeitraum zeigen Studien hingegen eine gute Übereinstimmung mit einer steigenden Sonnenintensität». Verwunderlich ist auch für ihn die relative Stabilität der Temperaturen zwischen 1940 und 1980, da ja in dieser Zeit die Treibhausgasemissionen schon deutlich angestiegen waren. Als (wahrscheinliche) Erklärung hierfür werden die abkühlend wirkenden Aerosole (also Schwebeteilchen in der Atmosphäre) herangezogen. Schließlich heißt es einige Zeilen später, dass der schnelle Temperaturanstieg der letzten 30 Jahre einen anthropogenen Einfluss auf unser Klima vermuten (!) lässt.

Zum dritten: Wir sollten uns vom Thema Klimawandel und seinen angekündigten katastrophalen Folgen nicht verrückt machen lassen und weiterhin kritisch bleiben. Das soll aber nicht heißen, dass Klimaschutzmaßnahmen überflüssig sind. Da wir nicht genau wissen, welche Folgen die globale Erwärmung haben wird und auch nicht, welche Hauptursache sie hat, andererseits die angekündigten negativen Folgen aber auch nicht ganz auszuschließen sind, sind solche Maßnahmen auf jeden Fall gerechtfertigt, aber eben nur bis zu einer gewissen Grenze. Wir sollten nicht kritiklos alle Maßnahmen hinnehmen und auch noch teuer dafür bezahlen, nur aufgrund der Tatsache, dass die Wissenschaftler ja schließlich wissen müssen, wovon sie reden. Vieles spricht dafür, dass sie es in diesem spezifischen Fall eben nicht tun.

Zum vierten: Die Umstellung auf erneuerbare Energiequellen, also ein Loskommen von den fossilen Energiequellen, deren Verbrennung ja die Hauptursache für den anthropogenen CO2-Ausstoß ist, ist so oder so wünschenswert, und das aus zweierlei Gründen. Erstens sind die fossilen Energiequellen endlich, also nicht erneuerbar. Früher oder später sind die Menschen sowieso gezwungen, andere Wege zu gehen. Zweitens: je früher wir die Wende schaffen, umso unabhängiger werden wir von den fossilen Energieträgern und umso früher werden die damit verbundenen Preissteigerungen  aufhören. Und drittens: in der Entwicklung neuer Technologien, die eine rentable, also gegenüber den fossilen Energieträgern konkurrenzfähige Nut-zung der erneuerbaren Energiequellen ermöglichen, liegen eine ganze Reihe von Marktchancen, die es zu nutzen gilt. Auf dem Gebiet der Solartechnik haben die Chinesen das schon lange erkannt und schreiten in dieser Richtung mit Riesenschritten voran. 2010 verbuchten chinesische Firmen auf dem Fotovoltaikmarkt ganze 45% für sich (nicht zuletzt allerdings durch billige Massenware). Weltweit Spitzenreiter ist derzeit die chinesische Firma «Trina Solar». Der Vorwurf, die Chinesen produzierten hauptsächlich minderwertige Ware und profitierten übermäßig von staatlichen Hilfsgeldern, gilt nicht mehr, so die Aussage von Wolfgang Hummel, ein Experte auf diesem Gebiet. Viele deutsche Firmen, die lange Zeit führend in der Herstellung von Solaranlagen waren, haben das Nachsehen und sind gezwungen, Produktionsanlagen auszulagern (nach Malaysia beispielsweise).

«Last but not least»: Insofern man sich der gängigen Theorie über den Klimawandel anschließt und etwas dazu beitragen möchte, die CO2-Emissionen zu reduzieren, kann im Prinzip jeder von uns Klimaschutz betreiben und sogar dazu noch beträchtliche Geldsummen sparen. Dabei gilt es zu erkennen, dass Klimaschutzmaßnahmen nicht immer zusätzliche Kosten bedeuten müssen und damit ein Verzicht auf allmögliche Annehmlichkeiten, also eine Verringerung des Lebensstandards, sondern dass sie sich sogar äußerst gewinnbringend auswirken können. Der mehrfach ausgezeichnete amerikanische Physiker und Unternehmensberater in Sachen Energie Amory B. Lovins weist darauf hin (Spektrum der Wissenschaft – Dossier 6/2006, Seite 44), dass zahlreiche Großunternehmen, wie beispielsweise BP, IBM, British Telecom, Alcan und NorskeCanada das schon frühzeitig erkannt und erfolgreich umgesetzt haben. Durch eine Senkung des Energieverbrauchs und eine damit verbundene Senkung der Kohlenstoffemissionen sparen diese Unternehmen Milliarden ein. Der US-Konzern Dupont de Nemours soll von 1998 bis 2008 seine Produktion um rund 30% gesteigert haben bei einer gleichzeitigen Energieeinsparung von 7%, was der Firma über 2 Milliarden US-Dollar ein-gebracht hat. Desgleichen können beträchtliche Summen eingespart werden durch energieeffizientes Bauen (in Freiburg wurden 59 so genannte Solarplusenergiehäuser unter der Aufsicht des deutschen Solararchitekten Rolf Disch gebaut; sie produzieren mehr Strom aus Sonnenenergie als sie verbrauchen) oder durch superleichte Fahrzeuge, deren Karosserien aus Kohlefaser bestehen. Immerhin verbraucht derzeit der Transport von Menschen und Waren in den USA 70 Prozent des Erdöls (und ist verantwortlich für 30 Prozent der Kohlenstoffemissionen). Für Lovin ist das Auto, trotz aller technischen Neuheiten, die in den letzten Jahrzehnten dazu gekommen sind, immer noch ein kläglicher Energieverschwender. Er rechnet vor, dass nur 1 Prozent der im Treibstoff enthaltenen Energie dazu dient, den Fahrer fortzubewegen. Entsprechende Energiesparmaßnahmen in allen Bereichen könnten es den USA sogar bis 2050 erlauben, ganz ohne Erdöl auszukommen. Andreas Schlumberger hat in seinem Buch «50 einfache Dinge, die Sie tun können, um die Welt zu retten und wie Sie dabei Geld sparen» unzählige Vorschläge zusammengetragen, wie jedermann Energie sparen und gleichzeitig Geld sparen kann. Zwei von diesen Beispielen möchte ich abschließend an dieser Stelle noch erwähnen. Weltweit sind rund eine Milliarde Personenkraftwagen unterwegs. Wenn jedes Fahrzeug im Durchschnitt 15 000 km pro Jahr zurücklegt, dann sind das insgesamt 15 000 Milliarden Kilometer. Schlumberger erklärt, dass sparsames Fahren (sparsam fahren heißt niedertourig fahren, also in der Regel 2500 Umdrehungen in der Minute nicht übersteigen, keine unnötige Last mitführen, auf andere Transportmittel zurückgreifen, um kurze Strecken zurückzulegen, bei Fahrpausen über 30 Sekunden den Motor abschalten) eine 30-prozentige Einsparung des Treibstoffs ermöglicht.Bei herkömmlichem Fahren verbraucht ein Mittelklassewagen in etwa 8 Liter pro 100 Kilometer. Laut de.statista.com betrug der durchschnittliche Benzinpreis weltweit im Jahr 1998 0,58 US-Dollar. Tragen wir den rezenten Preissteigerungen Rechnung, dann wäre ein Preis von 1 US-Dollar pro Liter realistisch, um folgende Rechnung aufzustellen. 15 000 Milliarden gefahrene Kilometer kosten bei normalem Fahrstil 1200 Milliarden Liter Benzin, also 1200 Milliarden Dollar. Intelligentes Gas geben erlaubt demzufolge eine Ersparnis von sagenhaften 400 Milliarden Dollar pro Jahr. Das zweite Beispiel betrifft die Energieverschwendung durch den so genannten Stand-by-Modus von Computern, DVD-Geräten, Video-Rekordern, Musikanlagen und Fernsehgeräten, um nur die wichtigsten zu nennen. Er verbraucht in den USA 5 Prozent des Haushaltsstroms und kostet weltweit bis zu 1000 Milliarden Dollar jährlich.

Übrigens: die Luftfahrt ist nur für 2 Prozent des globalen CO2-Ausstoßes verantwortlich gegenüber 15% für alle übrigen Transportmittel. Darüber hinaus rechnet man damit, dass Biotreibstoffe bis zum Jahr 2050 die durch die Luftfahrt verursachten CO2-Emissionen halbieren werden. Denken Sie daran, wenn Sie das nächste Mal in ein Flugzeug steigen. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung braucht man also kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn man fliegt.

Lesen Sie auch hier über die Meinung des Schweizer Lawinenspezialisten Werner Munter, der sich seit drei Jahren eingehend mit der Problematik des Klimawandels beschäftigt hat: “Es ist pure menschliche Arroganz zu glauben, dass 150 Jahre Industrialisierung ausgereicht haben, das Weltklima zu verändern ………

Ausschnitt aus “Das ist unsere Welt“; 356 Seiten, Paperback

Das ist unsere Welt

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