Arm und Reich

Nach Angaben der Weltbank hatten im Jahr 2011 weltweit ca. 1,1 Milliarden Menschen (21 % der Weltbevölkerung) weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag in lokaler Kaufkraft zur Verfügung und galten damit als extrem arm. Derzeit ist der Reichtum von einigen hundert Milliardären größer als das Gesamteinkommen der 2,3 Milliarden Einwohner der ärmsten Länder der Erde.

Nach Angaben von UNICEF arbeiten heute 240 Millionen Kinder weltweit. 75% sind zwischen 5 und 14 Jahre jung. Sie pflücken Tabak in Indonesien, Tee in Sri Lanka, Orangen in Brasilien; sie knüpfen Teppiche in Indien, Pakistan, Nepal und Afghanistan; sie nähen T-Shirts in Bangladesch, fertigen Handtaschen in Thailand; sie waschen Gold in Peru, schleifen Diamanten, zerkleinern Steine in Steinbrüchen, fertigen Streichhölzer in Fabriken. Sie verdienen 1 – 2 Euro für einen Zehnstundentag. Feiertage gibt es keine.

Millionen Kinder verrichten die übelsten Tätigkeiten, wie Prostitution oder Kinderpornographie. Mehr als 300 000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren nehmen als Kindersoldaten an Kampfhandlungen teil.
In China arbeiten Millionen Fabrikarbeiter bis zu hundert Stunden die Woche für einen halben Euro die Stunde.

Mitte Juni 2011 erwarb die Tochter des Formel 1 Magnaten Bernie Ecclestone, Petra Ecclestone, das Anwesen «The Manor» in Los Angeles für 150 Millionen Dollar. Um solch eine Summe zu erwerben, müsste ein chinesischer Fabrikarbeiter mehr als 17 000 Jahre arbeiten, ohne auch nur einen einzigen Cent auszugeben.

Laut Forbes-Magazin wird das Vermögen des reichsten Mannes der Welt für das Jahr 2010, der mexikanische Industrielle Carlos Slim, auf rund 39 Milliarden Euro geschätzt. Das sind neununddreißigtausend Millionen Euro im Besitz eines einzigen Menschen.

  Zu allen Zeiten hat es auf der Erde Reichtum und Armut gegeben und vieles deutet darauf hin, dass das in Zukunft auch nicht anders sein wird. Es ist das Recht eines jeden Menschen, durch ehrliche Ar-beit so viel Reichtum zu erwerben, wie er sich wünscht.

Aber die Tatsache, dass 1 Milliarde Menschen Hunger leiden und ebenso viele gezwungen sind, in Armenvierteln zu leben und sich nicht einmal ordentliche Kleidung leisten können; dass anderthalb Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser haben; die Tatsache also, dass so viele Menschen nicht einmal das Allernotwendigste haben, ist eine Schande für die Menschheit (Ausschnitt aus “Das ist unsere Welt“; Paperback, 356 seiten)

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