Mensch und Wahrnehmung

Von Albert Einstein stammt der Satz: «Es ist absolut möglich, dass jenseits der Wahrnehmung unserer Sinne ungeahnte Welten verborgen sind».
Jeder weiß und versteht, dass die Sinnesorgane eines Lebewesens dazu dienen, die Umwelt wahrzunehmen. Es ist aber ein Irrtum, daraus schließen zu wollen, dass das, was wir solcherart wahrnehmen, die Welt schlechthin ist.
Das Meiste aus unserer unmittelbaren Umgebung bleibt uns nämlich verborgen. Technische Hilfsmittel vermögen einen Teil dieser Welt sichtbar zu machen. Schon eine einfache Geologenlupe, die ein Objekt 20-mal vergrößert, macht faszinierende Strukturen und Details sichtbar, die wir mit bloßem Auge nicht sehen. Schauen Sie sich einmal einen Käfer, eine Fliege oder auch nur die Oberfläche ihrer Haut mit solch einer Lupe an und Sie werden erstaunliche Details sehen. Mikroskope erlauben es uns, in eine noch tiefere Wirklichkeitsebene einzudringen. In einem Milliliter Wasser können sich bis zu einer Milliarde Bakterien befinden, aber das menschliche Auge sieht nur klares Wasser. Ein Elektronenmikroskop vergrößert den Inhalt der Flüssigkeit millionenfach und macht die Bakterien sichtbar. Unter dem Elektronenmikroskop verwandeln sich Objektoberflächen zu eindrucksvollen und bizarren Strukturen und Formen, zu regelrechten Mikrolandschaften. Atomkraftmikroskopen machen Atomstrukturen sichtbar, die ein 50 Milliardstel Millimeter groß sind.
Wir besitzen kein Sinnesorgan, um Radiowellen oder Röntgenstrahlen wahrnehmen zu können und unser Auge vermag es nicht, den Flügelschlag einer Stubenfliege zu sehen, der mehr als 300-mal in einer Sekunde stattfindet.
Der Grund, warum den Sinnesorganen eines Lebewesens nur ein kleiner Teil der Welt zugänglich ist, liegt in der Evolutionsgeschichte des Lebens.
Erfahren Sie mehr über die Grenzen der menschlichen Wahrnehmung in “Das ist unsere Welt” (356 Seiten: Paperback).

Nachrichten aus aller Welt

Es gibt Menschen, die sich nicht oder nur sehr wenig für das interessieren, was in der Welt geschieht. Ihre Sichtweise bleibt daher begrenzt. Globale Zusammenhänge in der heutigen Welt werden aber immer wichtiger, und das, was draußen in der Welt geschieht, beeinflusst auch immer mehr unser Alltagsleben.
Wenn zum Beispiel ein Krieg im Nahen Osten die Erdöllieferung nach Westeuropa beeinträchtigt, kann das bei uns zu einer unerwarteten Preissteigerung beim Benzin führen. Wenn die tropischen Regenwälder in Brasilien gerodet werden, kann das klimatische Veränderungen in dieser Region mit sich bringen und auf lange Sicht auch das Weltklima beeinflussen. In umgekehrter Richtung kann ein übertriebener Fleischkonsum in Westeuropa die Abholzung tropischer Regenwälder beschleunigen, denn Rinder und Schweine werden häufig mit Soja gefüttert und dafür werden große Flächen vom Tropenwald abgeholzt, um Platz für Sojafelder zu schaffen.
Dadurch, dass wir uns darüber informieren, was in der Welt geschieht, erweitern wir unseren Horizont. Wir sind auch besser in der Lage, unsere eigene Situation zu beurteilen, da wir vergleichen können. Wir wissen mehr über die Lebensbedingungen in anderen Teilen der Welt und lernen unser eigenes Leben zu relativieren. Manche Probleme aus unserem Alltagsleben werden unbedeutsam, wenn man weiß, dass eine Milliarde Menschen auf der Welt Hunger leidet (jeder siebte Erdbewohner), dass 1,5 Milliarden Menschen weltweit keinen Zugang zu sauberem Wasser haben und 4 Millionen Menschen jedes Jahr sterben, da sie krank werden durch verseuchtes Wasser. Die Kenntnis solcher Tatsachen bringt einen dazu, sparsamer mit den Ressourcen umzugehen und man lernt das zu schätzen, was man hat.
Nachrichten schauen und lesen kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Welt kennen zu lernen und sein eigenes Leben besser schätzen zu lernen.
Wichtig dabei ist aber auch, dass man methodisch vorgeht, wenn man Nachrichten liest oder schaut. Das Problem ist nämlich, dass die Menge der Informationen, die zur Verfügung stehen, ungeheuer groß ist und man sich gerne darin verliert. Problematisch ist auch, dass man uns die meisten Nachrichten auf eine Art und Weise vermittelt, die meistens ziemlich unzusammenhängend ist. Deshalb ist es wichtig, dass man gezielt vorgeht und man seine Zeit nicht damit verschwendet, sich über Geschehnisse informieren zu lassen, die einen eigentlich gar nicht interessieren, oder Geschehnisse, die nur belanglos sind und trotzdem in den Medien landen, da man sich aus Marketinggründen erwartet, dass möglichst viele Menschen das lesen oder schauen.
Auch das Problem einer möglichen Manipulation und Desinformation in den Nachrichten sollten wir im Auge behalten. Dieses Problem betrifft insbesondere Menschen, die die Nachrichten über sich ergehen lassen, ohne sie kritisch zu hinterfragen und ohne einem Problem weiter auf den Grund zu gehen. Dank des Internet haben wir die Möglichkeit, uns eingehend (und das 24 Stunden am Tag) über allmögliche Themen zu informieren und man kann uns nicht mehr so schnell und so einfach mit Nachrichten manipulieren, wie das der Fall war vor den 1990er Jahren.
Auf jeden Fall ist es ratsam, sich gezielt über das zu informieren, was in der Welt geschieht, und sich auch weiter zu informieren, wenn bestimmte Themen für längere Zeit nicht mehr im Nachrichtenvordergrund stehen. Sonst ist man immer dem ausgeliefert, was die Medien als wichtig oder weniger wichtig betrachten.
Das Internet ist bestens dazu geeignet, sich dauerhaft und gründlich ins Bild zu setzen über das, was in der Welt geschieht, ohne zu viel Zeit zu verlieren mit belanglosen Ereig-nissen, da es eine ganze Reihe von Websites gibt, wo die Nachrichten nach Themen sortiert sind.
Besonders empfehlenswert:  Euronews    (in 12 verschiedenen Sprachen).

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