Wie das Denken in die Welt kam

Wie das Denken in die Welt kam

  Lesen Sie einmal folgende Aussage: «Ich denke, ich habe das jetzt endlich verstanden und bin mir auch darüber bewusst, dass ich noch mehr lernen muss, um mein Wissen in dieser Disziplin zu erweitern, schließlich sind in unserer modernen Zeit die Intelligenz und die geistigen Fähigkeiten eines Menschen von großer Bedeutung».

Niemand wird Schwierigkeiten haben, zu verstehen, was mit diesem Satz gemeint ist. Und doch enthält er eine der wichtigsten Ursachen dafür, dass in der Vergangenheit immer wieder und auch noch heutzutage die Diskussion über den Ursprung, die Natur und die Merkmale des Denkens so schwierig war und bleibt. Um die Frage nach dem Ursprung und der Natur des Denkens auf befriedigende Art und Weise beantworten zu können, ist es von besonderer Bedeutung, näher darauf einzugehen, was man denn überhaupt unter Denken versteht. Und um eine zufriedenstellende Antwort auf diese Frage geben zu können, ist es unerlässlich, einige Begriffe, so gut es geht, voneinander abzugrenzen. Es sind Begriffe, die mit dem Denken oft in einen (wenn auch meistens nicht klar definierten) Zusammenhang gebracht werden und die nicht selten von denjenigen, die sich eingehender mit dieser Frage auseinandergesetzt haben, mehr oder weniger gleichgestellt werden. Unglücklicherweise haben die meisten Menschen sich inzwischen an solche Gleichstellungen gewöhnt, was denn auch erklärt, warum die oben angeführte Aussage niemandem befremdlich vorkommt.

Ich möchte deshalb zeigen, dass es sich hier um Begriffe oder Wirklichkeitsebenen handelt mit zum Teil ganz unterschiedlichen Bedeutungen. Das Denken in seiner am meisten entwickelten Form nimmt unter ihnen eine Sonderstellung ein, da es sich um eine Fähigkeit handelt, über die (auf diesem Planeten zumindest) nur der Mensch verfügt. Um zu begreifen, warum das so ist, ist es notwendig, die Begriffe Intelligenz, Wissen, Lernen und Gedächtnis vom (fortgeschrittenen) Denken abzugrenzen.

Meiner Ansicht nach sind die beiden Begriffe «Intelligenz» und «Wissen» in einem ganz allgemeinen Sinn aufzufassen. Wie schwierig es ist, dem Begriff Intelligenz eine bestimmte Bedeutung zuzuordnen, erkennt man schon daran, dass es bis heute (und das wird aller Wahrscheinlichkeit auch in Zukunft so bleiben) keine von allen Wissenschaftlern (in der Hauptsache Psychologen) akzeptierte Definition dieses Begriffes gibt, geschweige denn über sein Wesen und seinen Ursprung. Es scheint ziemlich offensichtlich zu sein, dass Intelligenz etwas ist, das man nicht nur dem Menschen, sondern auch den Pflanzen, den Tieren und der Natur im Allgemeinen zusprechen kann und muss. Das merken wir schon dann, wenn wir uns die Frage stellen, ob eine Biene grundsätzlich dümmer ist als der Mensch. Obschon sie nur über ein Gehirn verfügt, das gerade Mal ein Milligramm schwer ist, ist das, was eine Biene tut und leistet, alles andere als dumm, oder anders ausgedrückt, sehr intelligent. Dasselbe gilt natürlich für viele andere Tiere auch. Wir können die Natur keinem Intelligenztest unterziehen, trotzdem würde wohl niemand auf den Gedanken kommen, die Natur als dumm zu bezeichnen (sie ist es schließlich, die uns alle hervorgebracht hat).

Insbesondere während den letzten Jahrzehnten haben zahlreiche Tierforscher herausgefunden, dass unzählige Tierarten zu (intelligenten) Leistungen fähig sind, von denen man bisher immer geglaubt hat, sie seien dem Menschen vorenthalten. Schimpansen benutzen Werkzeuge zum Nüsseknacken; Krähen lassen Nüsse auf die Straße fallen, damit die darüber fahrenden Autos sie knacken; Tauben können Bilder von bestimmten Personen von anderen Personen unterscheiden und Waschbären können Knoten aus Schnürsenkeln lösen. Bei Raben konnte Folgendes beobachtet werden: hängt man ein Stück Fleisch an das Ende einer Schnur, die man an einer Stange befestigt, setzt sich der Rabe auf die Stange und zieht mit seinem Schnabel die Schnur Stück für Stück nach oben, um an das Fleisch zu kommen.

Berühmt wurde der Graupapagei Alex (1976 – 2007). «Nach insgesamt 19 Jahren Training hatte Alex einen aktiven Wortschatz von insgesamt 200 Wörtern, die er äußern konnte, und einen Wortschatz von ungefähr 500 Wörtern, die er verstehen konnte. Außerdem konnte er – begrenzt – zählen und selber Wünsche äußern. So sagte Alex zum Beispiel, wenn ihm das Fragespiel nicht mehr gefiel, «I’m gonna go away» (Ich werde weggehen), und wenn der Forscher sich verärgert zeigte, versuchte Alex die Situation durch «I’m sorry» (Tut mir leid) zu entschärfen. Wenn er per «Wanna banana» eine Banane erbeten hatte, aber eine Nuss angeboten bekam, schaute er schweigend vor sich, wiederholte den Wunsch nach einer Banane oder nahm die Nuss und warf sie mit seinem Schnabel gegen den Forscher. Alex’ Verständnis von Zahlen lag im Bereich von unter 7. Wenn er gefragt wurde, wie viele Objekte einer bestimmten Farbe auf einem Brett liegen, gab er in 80 % aller Fälle die richtige Antwort» (aus Wikipedia;  Alex – Graupapagei).

Tiere erproben Neues, um bislang unbekannte Situationen meistern zu können, sind erfinderisch und sind in der Lage, frühere Situationen auf eine neue Lage zu übertragen, um neue und kreatrive Lösungen für ein Problem zu entwickeln; Tiere können vorausplanen und Ereignisse im voraus «berechnen», manche können sogar Situationen vorab im Kopf durchspielen, um dann entsprechend zu reagieren.

  Ich möchte an dieser Stelle noch ein weiteres, besonders eindrucksvolles Beispiel dazufügen, um die von mir dargelegte Auffassung des Begriffes Intelligenz zu untermauern. Es enststammt dem Buch «Im Anfang war der Wasserstoff» von Hoimar v. Ditfurth (siehe Seite 10 – 16). Dieses Beispiel ist deshalb so bedeutend, weil es hier um intelligentes Handeln einer Tierart geht, die man, im Vergleich mit Tierarten wie Papageien und Affen, als niedere Tierart bezeichnen kann.

  In der zentralindischen Region lebt eine Schmetterlingsart, der man den Namen Kaiseratlas gegeben hat. In ihrem letzten Entwicklungsstadium auf dem Weg zum geschlechtsreifen Vollinsekt hüllt die Schmetterlingsraupe sich in ein Blatt ein (man bezeichnet dieses Stadium als Verpuppung) um sich vor fressgierigen Räubern (in der Hauptsache Vögel) zu schützen. Damit das gelingt, muss das Blatt zu einer Röhre zusammengerollt werden, damit die Raupe hineinkriechen kann. Das zu bewerkstelligen mit einem grünen, saftigen Blatt ist für die Raupe unmöglich. Also beißt sie den Stiel eines Blattes durch, damit dieses verwelkt und sich von selbst zusammenrollt. Damit das Blatt nicht vom Baum herunterfällt, wird es vorher am Zweig festgesponnen (!!). Wenn durch Zufall ein Vogel aber einmal ein solch verwelktes, röhrenförmiges Blatt untersuchen wird und auf die Puppe stößt, wird er mit großer Wahrscheinlichkeit auch das nächste verwelkte und zusammengerollte Blatt untersuchen (auch Vögel lernen schnell). Immer mehr Vögel werden das tun und immer weniger Puppen werden überleben und das Stadium eines Schmetterlings erreichen. Der Kaiseratlas wird sich nicht erfolgreich fortpflanzen können und früher oder später aussterben (das ist das darwinsche Prinzip der natürlichen Auslese; siehe vorheriges Kapitel). Die Tatsache, dass es den Kaiseratlas aber heutzutage immer noch gibt, deren Puppen immer noch gewelkte, zusammengerollte Blätter als Schutz vor Räubern benutzen, zeugt davon, dass diese Schmetterlingsart das Problem erfolgreich lösen konnte. Wie die Lösung aussieht, ist für uns Menschen, die gewohnt sind, vorausschauendes Handeln als eine Qualität anzusehen, über die einzig und allein der Mensch verfügt, mehr als erstaunlich und äußerst trickreich. Neben das eine Blatt, in das die Raupe kriechen wird, werden noch 5 – 6 weitere Blätter an den Zweig gehängt, die leer sind. Sie dienen als Attrappen. Jedes Mal, wenn ein Vogel beim Inspizieren eines zusammengerollten Blattes auf solch eine Attrappe stößt, wird sein Interesse, weitere solcher Blätter zu untersuchen, abnehmen. Durch das Vorhandensein der Attrappen ist die Wahrscheinlich dafür ziemlich hoch. Diese Überlebensstrategie des Schmetterlings reicht zwar nicht aus, alle Raupen vor dem Gefressen werden zu schützen, aber sie reicht aus, das Überleben der Art zu sichern. Dass hier ein beträchtliches Maß von Intelligenz mit im Spiel ist, braucht wohl nicht weiter erläutert zu werden.

  Es gibt kein Verfahren, um den Grad der Intelligenz bei Tieren zu messen. Die Intelligenz von Tieren läßt sich höchstens daran erkennen, wie optimal das entsprechende Tier für das Überleben in einer bestimmten ökologischen Nische gerüstet ist und insofern ließe sich der Begriff auch einigermaßen eingrenzen (wenn auch nicht klar definieren): Intelligenz ist optimal an eine spezifische Umwelt angepasstes Verhalten, angepasst in dem Sinn, dass es die Überlebenschancen eines Organismus‘ erhöht (und demzufolge auch seiner Art).
Ganz allgemein betrachtet und auf den Menschen bezogen, würde das bedeuten dass: immer wenn wir etwas tun (oder unterlassen), das unser (Über)-Leben beeinträchtigt (sei es übermäßiger Alkohol- oder Zigarettenkonsum, Konsum harter Drogen, zu schnelles Autofahren, ungesunde Ernährung, die Belastung der Umwelt mir Schadstoffen, um nur einige Beispiele zu nennen), können wir solches Handeln als dumm oder zumindest als nicht besonders intelligent bezeichnen.

  Um den Intelligenzgrad von Menschen zu messen, wurden im Laufe der Zeit entsprechende Tests entwickelt. Die meisten von uns haben schon mal den Begriff «Intelligenzquotient» (IQ) gehört. Laut Wikipedia ist der IQ «eine Kenngröße zur Bewertung des allgemeinen intellektuellen Leistungsvermögens (Intelligenz) eines Menschen. Er wird mit einem Intelligenztest ermittelt und vergleicht die Intelligenz eines Menschen mit dem, anhand einer Normstichprobe, geschätzten Durchschnitt der Gesamtbevölkerung im selben Zeitraum und im vergleichbaren Alter. Dieser Durchschnittswert wird im Allgemeinen als 100 definiert». Der amerikanischen Kolumnistin und Schriftstellerin «Marylin vos Savant» wird, aufgrund mehrerer Tests, ein IQ von über 200 zugesagt. Sollten Sie ein IQ von 110 haben, können Sie sich schon als überdurchschnittlich intelligent bezeichnen. Das Problem mit diesen Tests für das in diesem Kapitel diskutierte Thema besteht nun aber darin, dass sie nur einen relativen Wert zu ermitteln in der Lage sind. Wie schon weiter oben erwähnt, der IQ vergleicht die Intelligenz eines Menschen mit dem geschätzten Durchschnitt einer gegebenen Gesamtbevölkerung. Die Intelligenztests können keine Antwort auf die Frage geben, was Intelligenz ist. Das gleiche gilt, wenn man die Frage stellt: wie intelligent ist eigentlich die Spezies Mensch? Dazu wäre ein Vergleich mit anderen, menschenähnlichen Kreaturen notwendig. Aber auch dann wäre das Resultat nur ein relatives. Auch eine Antwort auf die Frage – Wo liegen die Grenzen der Intelligenz»? – vermögen solche Tests nicht zu geben. Alles hängt eben davon ab, was man unter Intelligenz versteht. Wenn wir zum Beispiel als Kriterium für Intelligenz gelten lassen, wie erfolgreich ein Lebewesen sich in einer spezifischen Umwelt behauptet, dann sind viele Tiere, angesichts dessen, was der Mensch seit einigen Jahrhunderten mit seiner Umwelt anrichtet, sicherlich viel intelligenter als der Mensch (Bakterien inbegriffen).

  Das alles ist mehr als erstaunlich, aber alle diese Auslegungen und Beispiele erlauben es uns trotzdem nicht, genau zu sagen, was denn eigentlich unter dem Begriff «Intelligenz» zu verstehen ist. Auch die weiter oben formulierte «Definition» ist sicher noch zu eng gefasst, denn sie bezieht sich ausschließlich auf lebende Organismen. Die Regeln, also Naturgesetze, nach denen sich das Universum entwickelt hat, bevor die ersten Lebewesen in ihm «auftauchten», waren sicherlich auch alles andere als dumm (ein Adjektiv, das wir ja üblicherweise benutzen, um das Gegenteil von intelligent zu bezeichnen).

  Doch das in diesem Kapitel bisher Geschriebene erlaubt es uns, zunächst einmal eine für unseren weiteren Gedankengang sehr bedeutungsvolle (wenn auch nur vorläufige) Schlussfolgerung zu ziehen:

Intelligenz gibt es ohne Zweifel auch ohne Denken. Und demzufolge gab es auch schon intelligentes Verhalten zu einer Zeit, wo sich noch gar keine Gehirne (so «primitiv» die ersten bei Wirbeltieren im Kopf gelegenen Zentralnervensysteme auch waren) entwickelt hatten.

  Den Begriff «Wissen» übrigens sollte man meiner Meinung nach sogar noch allgemeiner auffassen als den der Intelligenz. Streng genommen ist Wissen nichts anderes als gespeicherte Information, in welcher Form auch immer. Insofern besitzen auch Pflanzen Wissen und natürlich auch Tiere. Jede lebende Struktur und sogar Maschinen, in denen in irgendeiner Weise Informationen gespeichert sind, sind im Besitz von Wissen. Mit unzähligen Daten, also Informationen gefütterte Computer besitzen demzufolge mehr Wissen als die meisten Menschen. Ob sie dadurch intelligenter sind als der Mensch, ist aber wieder eine ganz andere Frage.

  Gehen wir einen Schritt weiter und schauen uns an, wie es sich mit einer weiteren Fähigkeit verhält, die als wichtige Vorraussetzung gilt für intelligentes Verhalten: nämlich die Fähigkeit, sich zu erinnern. Wenn ein Lebewesen sich an etwas erinnern kann, besitzt es ein Gedächtnis.

  Erinnerungsvermögen und die damit verbundene Fähigkeit des Lernens sind ebenfalls Eigenschaften, über die einerseits nicht nur der Mensch, sondern auch die meisten Tiere verfügen, und andererseits vermutlich schon existierten, bevor die Evolution Gehirne «hervorgebracht» hatte, die zum Denken befähigt waren. Dabei sind (mindestens) zwei Arten des Lernens zu unterscheiden. Die vermutlich älteste Form des Lernens wird als Artengedächtnis bezeichnet. Nämlich immer dann, wenn sich im Laufe der Evolution eine Tierart neue  Körper- oder Verhaltensmerkmale aneignet, die seine Überlebenschancen vergrößern, ist es legitim zu behaupten, dass die betreffende Art etwas gelernt hat. Noch einmal: derartiges Lernen bedarf keiner Denkfähigkeit; es geschieht ganz automatisch durch die Evolutionsgesetze der Mutation und Selektion. Durch im Stammhirn gespeicherte vegetative Programme und im Zwischenhirn ge-speicherte Instinktprogramme, haben beispielsweise Lebewesen schon vor Milliarden von Jahren gelernt, ihre Körpertemperatur, den Blutdruck und den Wasserhaushalt zu regulieren und sich gegen Feinde erfolgreich zu verteidigen. Diese Programme laufen automatisch ab. Bei einer Temperaturveränderung zum Beispiel wird automatisch das Zentrum für Wärmeregulation aktiviert und wenn sich einem Tier ein bestimmter Feind nähert, wird das Verteidigungsprogramm aktiviert. Diese Programme sind angeboren; die Reaktionen und Verhaltensweisen wurden erlernt über Jahrzehntausende von der Art, der ein Lebewesen angehört. Ein Jungvogel braucht das Fliegen nicht zuerst zu erlernen, die Fähigkeit zum Fliegen ist in seiner Erbanlage enthalten. Genauso ist den Dorngrasmücken der Gesang angeboren und die Tannenameisen bevorzugen von Geburt an Nadelhölzer (Insekten und Samen verschiedener Nadelhölzer bilden für sie das optimale Nahrungsangebot). Solch angeborene Verhaltensweisen ersparen es dem Individuum, den mühsamen Lernprozess jedes Mal zu wiederholen.

  Zum einem späteren «Zeitpunkt» in der Evolutionsgeschichte entwickelte sich dann allmählich (auch hier wieder durch den Selektionsdruck) eine neue Art des Lernens, in Form einer sogenannten Prägung. «Prägung nennt man in der Verhaltensbiologie eine irreversible Form des Lernens: während eines meist relativ kurzen, genetisch festgelegten Zeitabschnitts (sensible Phase) werden Reize der Umwelt derart dauerhaft ins Verhaltensrepertoir aufgenommen, dass sie später wie angeboren erscheinen. Im Rahmen der Instinkttheorie wird das Phänomen Prägung gedeutet als die Aneignung eines Schlüsselreizes durch Lernen» (aus Wikipedia: Prägung – Verhalten). Damit wurde erstmals eine Variable in das Verhaltensprogramm eingeführt und ermöglichte so eine erste Form individuellen Lernens. Das Gehirn wurde plastisch. Bei der Nachfolgeprägung haben zum Beipiel junge Nestflüchter einige Stunden lang nach dem Schlüpfen die Möglichkeit, sich das erste sich bewegende Objekt einzupägen. Unter natürlichen Umständen ist das mit sehr großer Wahrscheinlichkeit die Mutter, der die Jungen von nun an unaufhörlich folgen. Der Zweck dieser Prägung leuchtet unmittelbar ein. Die Nähe der Mutter vergrößert die Überlebenschancen der Jungvögel. Eine Veränderung bestimmter Eiweißkörper im Gehirn bewirkt das Phänomen der Prägung. Diese Eiweißkörper gelten als die Vorläufer unserer Gedächtnismoleküle.

  Weitere detaillierte Erläuterungen mit zahlreichen konkreten Beispielen zum Phänomen der Prägung und unterschiedlichen Formen individuellen Lernens finden sich bei Peter M. Kappeler (Verhaltens-biologie – 4. Korrigierte Auflage 2017)

  Dank den Forschungsarbeiten des inzwischen schon 89 Jahre alten, amerikanischen Gehirnforschers Eric Kandel (Kandel erhielt für seine Verdienste im Jahr 2000 den Medizin-Nobelpreis), wissen wir auch heute schon Einiges über die molekular-biologischen Vorgänge im Gehirn, die dem Erinnerungsvermögen zugrunde liegen. Dass Lernen, also die Fähigkeit, eine neue Erfahrung zu machen, um sich dann später, zwecks intelligenten Vehaltens, daran zu erinnern, ein biochemischer Vorgang ist, war zwar schon bekannt. Kandel allerdings ist es gelungen, die Mechanismen im Detail zu entschlüsseln. Heute wissen wir, dass das Erinnerungsvermögen darauf beruht, dass im Gehirn bestimmte Verbindungen zwischen den Nervenzellen (den Neuronen) gestärkt werden und gleichzeitig neue Nervenverbindungen entstehen (daher stammt die Idee von der Plastizität des Gehirns). Die genaue Funktionsweise der Nervenzellen untersuchte Kandel anhand eines Tieres, dessen Gehirn über nur 20 000 Nervenzellen verfügt (die Zahl der Nervenzellen im menschlichen Gehirn wird auf 100 Milliarden geschätzt) und die überdies noch ziemlich groß sind, was die Beobachtung ihrer Funktionsweise erheblich vereinfacht. Bei dem Tier handelt es sich um den kalifornischen Seehasen, eine Meeresschnecke, die bis zu 75 cm lang werden kann. Kandel konnte zeigen, dass auch dieses primitive Tier in der Lage ist, zu lernen und welches die molekularbiologischen Mechanismen sind, auf denen das Lernen beruht. Wie schon weiter oben angedeu-tet, beruht das Lernen auf bestimmten Nervenverbindungen im Gehirn (neue Verbindungen entstehen, alte werden gestärkt oder schwächen mit der Zeit ab). Eine der zentralen Fragen, die sich stellte, war: worauf beruhen diese Nervenverbindungen und wie funktionieren sie? Die Stelle, an der zwei Nervenzellen miteinander kommunizieren, heißt in der Fachsprache Synapse (im Gehirn eines erwachsenen Menschen gibt es schätzungsweise 100 Billionen davon). Ein elektrischer Impuls im Zellfortsatz der Senderzelle (dem Axon) sorgt dafür, dass eine chemische Substanz mit dem Namen Serotonin (Serotonin gilt als ein chemischer Botenstoff, auch noch Neurotransmitter genannt) in den synaptischen Spalt (also die Lücke zwischen den beiden untereinander kommunizierenden Zellen) ausgeschüttet wird. Am Zellfortsatz der Empfängerzelle (in der Fachsprache Dendrit genannt) angekommen, wird durch die chemische Substanz wieder ein elektrisches Signal ausgelöst, das sich entlang der Zelle fortpflanzen kann. Damit sich eine Nervenverbindung festigt oder stärkt (damit sich also ein Erlebnis dauerhaft im Gedächtnis einprägt) ist es notwendig, dass besonders viel Serotonin ausgeschüttet wird.

  Die Forschungsergebnisse Eric Kandels reichen natürlich weit über das hier geschilderte Grundprinzip hinaus. Für unseren Gedankengang ist aber vor allem von Bedeutung, dass die Vorgänge des Erinnerns und des Lernens definitiv eine molekularbiologische Basis haben, die überdies bisher recht gut erforscht ist (was nicht über die Tatsache hinwegtäuschen soll, dass die Gehirnforschung immer noch in den Kinderschuhen steckt; Kandel selbst ist der Meinung, dass über die Funktionsweise des Gehirns bisher lediglich 1 % bekannt ist) und deren Entstehung bis in die Frühgeschichte der Lebensentwicklung zurückreichen. Dass Tiere lernfähig sind, ist sicher nichts Neues, dass das aber zutrifft für primitive Lebewesen wie der Seehase ist schon eher eine Überraschung. Wir wissen auch heute, dass alle Gehirne, die sich im Laufe von Jahrmilliarden entwickelt haben, nach denselben Grundprinzipien funktionieren.

  Aus all dem ergibt sich des Weiteren, dass diese molekularbiologischen Prozesse wahrscheinlich als die grundlegendste Voraussetzung anzusehen sind, damit fortgeschrittenes Denken überhaupt funktionieren kann. Wenn wir nämlich nicht über die Fähigkeit verfügen, uns zu erinnern, dann können wir uns auch keine Wörter merken, die dazu dienen, bestimmte Objekte oder Sachverhalte zu bezeichnen. Ohne Erinnerungsvermögen hätte sich auch keine Sprache entwickeln können und ohne Sprache gibt es kein fortgeschrittenes Denkvermögen. Die biologischen Grundlagen für menschliche Kulturen wurden also schon vor sehr, sehr langer Zeit gelegt.

  Werfen wir also einen kurzen Blick auf die Entwicklungsgeschichte der menschlichen Sprache und auf die Bedingungen, die erfüllt sein müssen, damit ein Lebewesen in der Lage ist, eine Sprache zu entwickeln und zu erlernen.

  Vor rund 100 000 Jahren lebte der Homo sapiens, das erste vernunftbegabte Wesen in der Evolutionsgeschichte der Erde. Heute weiß man mit großer Sicherheit, dass dieses Wesen schon im Besitz einer Sprache war. Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass sogar der Neandertaler, der vor 250 000 Jahren in Europa lebte, sprechen konnte. Bestimmte handwerkliche und spezialisierte Fähigkeiten (wie zum Beispiel die «Verarbeitung» erlegter Tiere zur späteren Nahrungsaufbewahrung) lassen die Vermutung zu, dass die Neandertaler in der Lage waren, untereinander zu kommunizieren. Entdeckungen in den 1980er Jahren zeigen, dass auch die anatomischen Voraussetzungen dafür gegeben waren, so zum Beispiel das Vorhandensein des Zungenbeins, ein Knochen, der unter Wissenschaftlern als das Schlüsselorgan für die Lautbildung angesehen wird. Der israelische Paleontologe Yoel Rak ist sogar der Meinung, dass es schon vor 2 Millionen Jahren Wesen gegeben haben muss, die sprechen konnten, da archäologische Funde belegen, dass zu dieser Zeit schon speziell angefertigte Werkzeuge hergestellt wurden. Ohne Kommunikation, also die Möglichkeit, mehr oder weniger komplexes Wissen weiterzugeben, wäre das nicht möglich gewesen. Des Weiteren vertreten manche Wissenschaftler die Ansicht, dass die gesprochene Sprache sich mehr oder weniger parallel mit einer Zeichensprache entwickelt hat, also einer Sprache, die auf sinnerfüllten Gesten beruht. Auch darüber, dass für die jeweiligen Fähigkeiten, also das Verstehen von bestimmten Gesten oder Lauten, unterschiedliche Gehirnregionen und Stoffe im Gehirn (wie beispielsweise das Protein FoxP2, das beim Spracherwerb eine große Rolle spielt und das der Neandertaler auch schon besaß) verantwortlich sind, besteht weitgehend Einigkeit. Der Mensch hat im Laufe der Zeit den Dingen, die sich in seiner Umwelt befanden, Laute und Geste zugeordnet, um mit seinen Mitmenschen kommunizieren zu können. So entstand eine Sprache durch Kategorisieren dessen, was in unserer Umwelt enthalten ist. Dabei scheinen drei Faktoren eine entscheidende Rolle gespielt zu haben: die Notwendigkeit, innerhalb einer gegebenen Gemeinschaft mit seinen Mitmenschen zu kommunizieren (sei es, um Geschichten zu erzählen oder zur Weitergabe von technischem Wissen), Organe am menschlichen Körper, die dazu geeignet waren, artikulierte Laute von sich zu geben und natürlich die spezifischen Eigenschaften des menschlichen Gehirns. So gelangten die Menschen mit der Sprache auch in den Besitz der Möglichkeit (Gemeinschafts)-Regeln zu erschaffen, was natürlich ein wichtiger Bestandteil jeder Kultur ist. Kommunikation zwischen Individuen, gesellschaftliche Bindungen, denkendes Planen, Erinnerungsvermögen, Vorstellungskraft, Kreativität und technischer Fortschritt hätten nie das heutige Niveau erreichen können, wenn Menschen keine Sprache entwickelt hätten.

  Die meisten Wissenschaftler, die sich mit der Erforschung des menschlichen Denkens beschäftigen, sind sich einig darüber, dass differenziertes (!!) Denken ohne die Kenntnis einer mehr oder weniger entwickelten Sprache nicht möglich ist. Das Denkvermögen des Menschen basiert auf seinem Sprechvermögen und wurde mit der Weiterentwicklung der Sprache(n) immer komplexer und ausgereifter. Deshalb kann auch kein Zweifel daran bestehen, dass Menschen, die eine andere Sprache benutzen, anders denken. Eine Feststellung von nicht geringer Bedeutung. Des Weiteren haben Neurobiologen herausgefunden, dass die Sprechfähigkeit des Menschen in direktem Zusammenhang mit einer ganzen Reihe von feinmotorischen Fähigkeiten steht, die nur der Mensch besitzt. Wären wir nicht in der Lage, die Muskulatur unseres Sprechapparates so perfekt und so fein abgestimmt zu artikulieren, hätten wir das Sprechen nie erlernen können (diese feinmotorischen Fähigkeiten sind auch der Grund für ein paar weitere grundsätzliche Unterschiede zwischen Mensch und Tier, wie beispielsweise die Fähigkeit, feinmechanische Geräte herzustellen und zu reparieren). Der Neurobiologe Gerhard Neuweiler bezeichnet den Menschen deshalb als Manipulations-Artikulationswesen. Welche Hirnareale für welche Bewegungsabläufe zuständig sind, ist inzwischen auch schon recht gut erforscht.

  Verhaltensforscher und Kognitionspsychologen weisen überdies daraufhin, dass eines der wichtigsten Merkmale sprachlicher Kommunikation beim Menschen in seiner Symbolfunktion besteht. Der Mensch hat im Laufe der Zeit Lautsymbole (also Wörter, die dann im späteren Verlauf der Entwicklung zu Sätzen zusammengefügt wurden) entwickelt, um Objekte, Funktionen und Sachverhalte aus der realen Welt zu bezeichnen und es uns ermöglichen, über Objekte, Orte und Handlungen zu sprechen, die sich nicht in unmittelbarer Nähe des Sprechers befinden.

  So gelang der Mensch im Laufe der Evolution in den Besitz der Fähigkeit, immer mehr und immer komplexere Lautmuster von sich zu geben und hat gelernt, mit seinen Mitmenschen mithilfe einer Sprache auf eine immer effizientere und differenziertere Art und Weise zu kommunizieren. Dass die meisten Sprachen von heute sich von früheren Sprachen durch einen größeren Wortschatz und einen höheren Abstraktionsgrad unterscheiden, versteht sich von selbst.

  Sprechen basiert also (unter anderem) auf feinmotorischen Fähigkeiten, die vom Gehirn aus gesteuert werden. Und ohne fortgeschrittene Sprache gibt es kein fortgeschrittenes Denken. Die Sprechfähigkeit versetzt uns in die Lage, uns etwas vorzustellen, was noch nicht eingetreten ist oder an etwas zu denken, was sich in der Vergangenheit ereignet hat. Fortgeschrittenes (also auf einer entwickelten Sprache basierendes) Denken ist im Wesentlichen nichts anderes als stummes Sprechen.

  Dass es einen direkten Zusammenhang zwischen der Sprech- und der Denkfähigkeit gibt, beweist unter anderem die Tatsache, dass Menschen mit Sprachstörungen (Aphasie-Kranke) auch Schwierigkeiten haben, zu verstehen, was man ihnen sagt. Sie wirken häufig unkonzentriert und haben auch Schwierigkeiten beim Schreiben. Diese Symptome weisen darauf hin, dass das Denken nicht mehr einwandfrei funktioniert.

  Denken (insbesondere das menschliche Denken) ist ein sehr komplizierter Prozess, an dem Milliarden von Nervenzellen beteiligt sind. So sind Sie zum Beispiel in der Lage, wenn Sie im Auto unterwegs sind von der Arbeit nach Hause, innerhalb einer Sekunde (!!) Folgendes zu denken: ich darf nicht vergessen, noch auf dem Heimweg im Supermarkt ein halbes Dutzend Eier und eine Flasche Weißwein zu kaufen, die meine Frau heute Abend zur Zubereitung des Abendessens benötigt. Es ist nicht notwendig, die Bilder und Wörter solch eines Gedankengangs sequenziell in die richtige Reihenfolge zu bringen. In Sekundenschnelle wissen Sie, was Sie noch zu tun haben. Wenn Sie einem Mitfahrenden diese Überlegung mitteilen wollten, würde das natürlich viel länger dauern. In einer extremen Situation kann es sogar vorkommen,  dass das Gehirn auf Hochtouren läuft. Wenn Sie beispielsweise in eine gefährliche Situation hineingeraten und einen kühlen Kopf bewahren (wenn also Angst die Denkfunktion des Gehirns nicht größtenteils blockiert), dann sind Sie in der Lage in Sekunden so viel zu denken, dass Sie, wenn Sie im Nachhinein das alles aufschreiben müssten, was Sie solcherart gedacht haben, wahrscheinlich eine halbe Seite oder mehr vollschreiben müssten.

  Dennoch: obschon Sprechen die wichtigste Grundlage für fortgeschrittenes Denken ist, kann man Denken (zumindest in einem allgemeineren Sinn) trotzdem nicht einfach nur mit stummem Sprechen gleichsetzen. Dafür spricht, dass es sehr unterschiedliche Arten oder Formen des Denkens gibt: sprachliches, räumliches, bildliches und musikalisches Denken, anylitisches und intuitives, formallogisches und anschauliches Denken, um nur einige dieser Arten zu nennen. Menschliches Denken ist zumeist eine Kombination aus mehreren dieser Arten, zum Beispiel eine Kombination aus sprachlichem und bildlichem oder bildlichem und musikalischem Denken. Desweiteren zeigen neuere Forschungsergebnisse, dass körperliche Prozesse unser Denken viel stärker beeinflussen als bisher angenommen. Sie werden wahrscheinlich selbst schon mal festgestellt haben, dass, wenn Sie sich bewegen (zum Beispiel während einem Spaziergang oder einem Lauftraining), die Gedanken anders fließen. Mir persönlich fällt es immer wieder auf, dass ich während dem Laufen die besten und kreativsten Ideen «produziere». Dazu erklärt Katrin Weigmann in «Rätsel Mensch – Expeditionen im Grenzbereich von Philosophie und Hirnforschung; Springer Verlag» (Seite 75): «Wie kommt es zu solchen Effekten? Der Blick ins Gehirn liefert eine mögliche Erklärung: Wenn wir uns erinnern, nachdenken oder rechnen, sind mitunter dieselben Areale aktiv, die auch Bewegungen steuern oder Formen und Farben wahrnehmen. Wahrnehmen, nachdenken, handeln – diese Funktionen sind im Gehirn nicht klar voneinander abzugrenzen. Es gibt nicht jeweils eine Region, mit der wir sehen, eine andere, mit der wir über Gesehenes nachdenken, und eine dritte, in der unsere Reaktion darauf gesteuert wird».

  Ein eindeutiges Denkareal im Gehirn konnte demzufolge von der Forschung bisher nicht bestimmt werden, wie das bei vielen anderen Körperfunktionen der Fall ist. Lediglich das Broca-Areal (benannt nach dem französischen Chirurgen Paul Broca, der es 1861 entdeckte), eine Region der Großhirnrinde, das die Bildung von Lauten, die Lautanalyse, die Bildung abstrakter Wörter, die Artikulation und vor allem die weiter oben erwähnte und so wichtige Sprachmotorik ermöglicht (also unentbehrlich ist für die sprachliche Mitteilung), so wie das Wernicke-Areal (benannt nach dem deutschen Neurologen Carl Wernicke, welcher es im Jahre 1874 erstmals beschrieb), das im Wesentlichen das Verstehen von Sprache ermöglicht, konnten von der modernen Gehirnforschung lokalisiert werden. Moderne Untersuchungsverfahren haben aber gezeigt, dass die Verschaltung der Nervenzellen im Gehirn in den an der Sprachverarbeitung beteiligten Areale viel komplexer ist als lange angenommen und dass weitere Gehirnareale beteiligt sind. In der modernen Forschung versteht man Denken zunehmend als einen ganzheitlichen Prozess. «Der Körper denkt mit». Aus dieser Sicht heraus entwickelte sich die Theorie des «Embodiment».

  In einem späteren Kapitel werde ich außerdem näher darauf eingehen, inwiefern das Denken einem gewissen Automatismus unterliegt und was das für unser Menschenverständnis bedeutet.

  Bis hierhin sollte klar geworden sein, warum Menschen über differenziertes oder fortgeschrittenes Denkvermögen verfügen und Tiere nicht, dass der Entwicklungsgrad einer Sprache einen entscheidenden Einfluss auf das Denkvermögen hat und dass beide, also Sprech- und Denkvermögen, in engem Zusammenhang mit der Anatomie des menschlichen Körpers, insbesondere des Gehirns, stehen.

  Auch muss es sehr unterschiedliche Stufen und Entwicklungsgrade oder Arten des Denkens geben, eben in Abhängigkeit von den biologischen Voraussetzungen oder der biologischen Ausstattung eines Lebewesens. Wenn Sie Ihr eigenes Denken einmal gezielt beobachten, werden Sie feststellen, dass es meistens eher eine Mischung aus stummem Sprechen und bildhaften (zum Teil symbolhaften) Vorstellungen und Erinnerungen ist. Deshalb kann man auch nicht gänzlich ausschließen, dass Tiere denken. Sehr wahrscheinlich tun sie das, aber eben auf einer ganz anderen Ebene als der Mensch. Und wenn Tiere denken, dann ist letzteres ganz sicher mehr bildhaft geprägt als sprachlich (also wortbezogen).

  Also noch einmal: Erinnerungsvermögen, Gedächtnis, Lernen, Wissen, Intelligenz und sogar Denken in seinen ursprünglichen Formen sind Eigenschaften, die Lebewesen schon vor sehr, sehr langer Zeit entwickelt haben.

 Fortgeschrittenes Denkvermögen aber gründet auf einer entwickelten Sprache und findet sich nur beim Menschen.

 Fassen wir zusammen, worauf es in den beiden letzten Kapiteln ankommt. Der Ursprung sowohl des menschlichen Erdenkörpers als auch einer seiner außergewöhnlichsten Fähigkeiten, nämlich das Denken, sind naturwissenschaftlich evolutionär erklärbar, wenn auch bisher nur teilweise. Ohne Zweifel wird die wissenschaftliche Forschung auch in der Zukunft weitere Einzelheiten in diesem Zusammenhang aufdecken. Dass dies noch ein langer Weg ist, steht außer Zweifel. Das Wesentliche wurde aber schon erreicht. Wir wissen heute, dass es bei der Entstehung unseres Erdenkörpers und unseres Denkvermögens mit natürlichen Dingen zuging, die Naturgesetze zu deren Erklärung also ausreichen.

  Je weiter die Forschung fortschreitet, umso deutlicher werden aber auch zugleich die Grenzen unserer Sinnes- und Verstandesfähigkeiten sichtbar.

Also bin ich Mensch (288 Seiten; Paperback).

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